Titel: Strongest Gamer: Let’s Play in Another World
Autor:  Shinobu Yuki
Illustrationen:  Itsuwa Katou 
Genre: Isekai Light Novel
Veröffentlichte Bände: 2
Zusätzliche Adaptionen: /

Gelesen als: Ebook
Sprache: Englisch
Gelesene Bände: 2

Klappentext:
“I-Isn’t this a little too hardcore!?”
Kousaka Aoi is a young, avid gamer well-versed in all types of gaming. Down on his luck, he comes upon a suspicious job offer looking for those „proficient in games.“
Things were looking up, but before he knew it… he’s thrown into another world! And now finds himself stuck at the bottom of a ravine with nothing but a pickaxe and shovel.
At a loss of what to do, he slowly learns he can make a living in this by trading items he can craft. What other possibilities are there in this new ever-expanding, game-like world our protagonist finds himself in!?
„If that’s how it is, then I guess it’s time to use all the knowledge I’ve gained from games, and let my gaming spirit shine!“
Let’s get to writing a strategy guide! I may be stuck in another world, but I’ll do my best to make the most of it!

Was hat mich daran angesprochen?
Ich fand es spannend einen Light Novel zu lesen, bei dem das Kämpfen/Welt-Retten nicht im Vordergrund steht.
Aoi hat in dem Fall ja die Aufgabe, einen Dungeon wieder auf Vordermann zu bringen. Zu lesen, wie er die Welt um sich herum langsam aufbaut und welche Einflüsse dies hat, ist für mich sehr interessant.
Generell mag ich Slice of Life lastige Geschichten sehr.

Meine Meinung:

Uff.
Positiv ist zu sagen, dass der Light Novel hält was er verspricht. Der Fokus bleibt in beiden Bänden auf der Handlung. Oft wird in Isekais die spannende Handlung über Bord geworfen und durch Harem-Fanservice ersetzt.
Seltsame Nischen-Fetische gibt es hier keine, wobei das Verhältnis zwischen Aoi und seiner Kobold-Freundin immer so zwischen Love interest und “kleiner Schwester“ schwankt- was unangenehm zu lesen ist, aber wesentlich schlimmer sein könnte.
Das Worldbuilding ist solide, die Charaktere relativ oberflächlich- was aber auch daran liegt, dass nur zwei Bände da sind um sie zu etablieren.

Die Cover-Illustrationen sind sehr niedlich.
Die Bilder in Band 1 waren jetzt nicht ideal gewählt und haben teilweise recht langweilige Szenen gezeigt. z.B. hätte ich mir mehr von dem Dungeon selbst gewünscht, als Bilder von Aoi wie er ein Interface bedient. Band 2 hatte, wenn ich mich richtig erinnere nur zwei zusätzliche Illustrationen vorne im Buch, aber keine im Novel selbst. Das war schade, aber vollkommen in Ordnung.

Die Handlung selbst ist in Band 1 wesentlich besser und in sich geschlossener- Band 2 hat zu viele Themen, die dann zu schnell gelöst werden. Dadurch ist er nicht so spannend.

Die große Schwäche dieses Light Novels ist der Erzählstil- bzw. der Hauptcharakter.
Aoi ist nämlich ein Gamer. Ja, ich verstehe. Das Buch soll junge Männer ansprechen, die Videospiele mögen und deswegen der Meinung sind, dass sie alle Probleme viel besser lösen können als nicht-Gamer.
Mit dem Teil der Geschichte kann ich ja noch leben. Jedoch werden wir immer an Aois Gamer-sein erinnert, weil er es nicht lassen kann ständig darüber zu sprechen oder in Erinnerungen zu schwelgen.
Egal wie spannend oder interessant die Szene doch ist, sie wird von einem „Damals im Spiel XYZ ist folgendes passiert. Deswegen bin ich jetzt in der Lage dieses Problem ebenfalls zu lösen.“
In Band 2 verbringt er dann auch viel Zeit im Dungeon bzw. mit seinen Freunden und zockt dort.
Ich verstehe, dass ein Gamer nicht einfach so aufhört an Spiele zu denken bzw. spielen zu wollen.
Aber aus Leser-sicht ist das wahnsinnig anstrengend. Der Spannungsbogen leidet mMn. Immens darunter. Genauso wie das Pacing. Die Bücher fühlen sich wahnsinnig langsam an und nichts ist wirklich ernst. Genauso hat der Autor das Konzept von “Show don`t tell“ nicht verstanden.

Zusammengefasst ist die Idee gut, aber die Umsetzung mehr auf Hobby-Niveau. Daher gibt es von mir keine Leseempfehlung.