Schreibzeit: 10 Stunden.
Geschrieben an: Abgrund ruft nach Abgrund – Canto 1
Gelesen: 7 Bücher
Anime beendet: /

Ich habe es geschafft am Lektorat zu arbeiten. Diesmal hab ich mir richtig viel Zeit genommen um alles genau durchzulesen. Ich bin noch lange nicht durch, weil Überarbeiten irgendwie anstrengender als Schreiben ist. Und insgesamt hatte ich eine kleine Schaffenskrise, nichts böses.
Gerade über den Jahreswechsel sind wieder neue Themen und Dinge in mein Leben gekommen. Aktuell habe ich viel Spaß an Comedy.
Irgendwie ist es dann so beängstigend, wenn ich dann an so einer langen, düsteren Reihe wie ArnA arbeite. Aber gleichzeitig hilft sie mir eigene Gefühle zu verarbeiten.
Ich möchte in Woche 4 jedenfalls mehr Fortschritte machen und versuchen meine Sorgen nicht so sehr an mich heranzulassen. (Ergibt das Sinn?)
Jedenfalls gibt es zu ArnA aktuell nicht viel zu sagen. Noahs Lektorat war wie immer großartig. Also daran liegt es jedenfalls nicht, warum ich insgesamt eher langsam und etwas träge bin.

Auch wenn das Schreiben nicht so gut vorangegangen ist, habe ich dafür viel gelesen.
Von daher gibt es jetzt zu allen Geschichten ein kurzes Review.
Diese enthalten auch Spoiler- ihr seid also gewarnt.
(Auch wenn dies eigentlich Werbung ist, hab ich die Ebooks brav über KU bezogen und werde dafür leider nicht gesponsert :P)

Given to the Orc Hunter
Teil 1 der „Orc Bride Fated Mates“ (WTF ist das für ein Titel?) Reihe hatte ich ja im letzten Review.
Diese Woche habe ich mich an Band 2 getraut.
Plot: Eine jungfräuliche Nonne wird aus dem bösen Kloster von dem sexy Ork gerettet und verliebt sich dabei in ihn.
Rezi: Insgesamt hat mich dieses Buch nicht umgehauen.
Einfach, weil der zweite Teil so ziemlich derselbe war wie Band 1. Ok, nicht ganz dasselbe, aber die Unterschiede waren gefühlt minimal.
Shutterstock-Ork am Cover, Hauptfigur eine Nonne aus demselben Kloster wie die Prota aus Teil 1, Plotmäßig erzwungenes Gebimse bzw späteres Bims-Verbot, ebenfalls weil Plot. Charakterlich waren sich die Orcs aus Teil 1 und Teil 2 nicht nur optisch super ähnlich, sondern hatten beide keinerlei Persönlichkeit.
Teil 2 ist für mich einen Ticken schlechter, weil der Hauptkonflikt mit „Schaut mal, ein Baby!“ gelöst wird. (Warum braucht Smut überhaupt einen epischen Konflikt, der über Bettspiele hinausgeht?) Ich weiß, das ganze „Mach mir ein Baby großer Ork!“ Gerede gehört schon fast zu dem Ork-Romantasy (Orkomantasy?) Genre dazu… aber bitte keine echten Babies. Bittedanke. Teil 3 werde ich definitiv nicht lesen. Einfach, weil es darin wieder um eine Klosterschwester und einen Ork geht. (Die schon in Band 2 einen Auftritt hatte und genauso wie die anderen Figuren keine Persönlichkeit hat).
Generell ist die OCBFM-Reihe nicht empfehlenswert.

Obscene Orcs-Reihe
Die Reihe besteht insgesamt aus drei Kurzgeschichten. Die Cover sind meiner Meinung nach recht gut gemacht.
Setting:
Warum auch immer gibt es keine Ork-Frauen. Die Orks selbst sind eher etwas grob von ihrem Verhalten und leben in einer Höhle, sind aber nicht besonders gewalttätig oder brutal. (Zumindest nicht zu ihren Frauen.) Optisch sind sie die Leder-tragenden „Stripper-Orks“, wie wir sie aus allen moderneren Fantasy-Geschichten kennen. Wie in vielen Erotik-Werken besitzen sie hier auch über den Baby-beschwörenden “Zauber-Saft“ und haben natürlich ohne Scham immer und überall Ständer oder Sex.
Wenn ich mich richtig erinnere, alle Frauen freiwillig bei den Orks, was definitiv Pluspunkte bringt.
Die Gesellschaft der Orks funktioniert so, dass es Abends immer eine große Swinger-Party gibt und die Orks sich Frauen aussuchen/für diese Bezahlen. Und wenn sie genug bezahlen, dann sind sie sowas wie verheiratet und starten eine Familie.
Beim Lesen ist relativ klar, dass dieses Ritual nur dazu dient, um den Inhalt „spicy“ zu präsentieren. Im Grunde profitiert ja nur der Ork-König von der Situation, weil er das ganze Gold für die Frauen bekommt.

Finding the Orcs:
Plot: Eine Frau, die eigentlich unfruchtbar ist sucht die Orks auf, damit deren-Zaubersaft ihr Babies macht.
Rezi: Auch wenn der Plot super trivial ist und das ganze eher eine Kurzgeschichte als ein Roman ist, war das bis jetzt eine der unterhaltsamsten Orc-Erotica, die ich so gelesen habe.
Zum einen, weil die Protagonistin freiwillig zu den Orks geht. Aber auch weil Warzug (ja, ich hab mir die Mühe gemacht mir seinen Namen zu notieren) zumindest ein wenig Persönlichkeit besitzt.
Jedenfalls genug dafür, dass sein Charakter in einer Kurzgeschichte funktioniert und ich ihn von den anderen Orks unterscheiden kann. Außerdem spricht er warum auch immer mit einem Dialekt, was echt putzig gewirkt hat.
Er und die Protagonistin haben eine nette Dynamik, die erst einmal in die Richtung “Enemies to lovers“ geht und ich war wirklich neugierig wie die Beiden dann zusammenfinden.  (Ok, Enemies ist fast schon übertrieben. Sie zanken sich und er ist ein bisschen gemein.)
Finding the Orcs ist also definitiv eine Empfehlung.

Running with Orcs
Plot: Die Protagonistin wird von ihrem Vater als Sklavin verkauft und dann von einem sexy Ork gerettet. Nebenbei hilft sie auch den Bruder vom Orkkönig zu befreien, aber wen interessiert schon der Plot? Der stört eigentlich nur.
Rezi: Die Protagonistin und ihr Ork hatten schon in Teil  einen kurzen Auftritt. Es war also nett zu erfahren, wie sie bei den Orks gelandet ist.
Targulg ist zwar eher ein Softie, aber zumindest zu Warzug ein guter Kontrast.
Was schon mal einen Pluspunkt gibt.
Ich mochte ebenfalls, dass die Protagonistin sind im Ende des Buches aktiv um ihren Ork bemüht und sozusagen für sich selbst beim König bezahlt.
Der ganze Plot um die Rettung von dem Random Bruder vom König hat mich jetzt eher gestört, war aber nicht komplett furchtbar.

Insgesamt war Teil 1 besser als Teil 2, einfach weil er sich auf das Wesentliche konzentriert hat.


Draining the Orcs:
Plot: Die Vorgeschichte wie die Elfinnen an den Ork-König geraten sind.

Rezi: Ich habs bis jetzt nicht erwähnt, aber der Ork-König hat in Teil 1 und 2 jeweils 1-2 Sexszenen. In Teil 1 hat das noch irgendwie edgy und zur Stimmung passend gewirkt, in Teil 2 war es fast schon nervig und Teil 3 geht mir sowas von auf die Nerven.
Die Persönlichkeit vom Ork König besteht im Endeffekt nur aus Schnieper und dicken Eiern.
Die Elfinnen sind so uninteressant, dass ich mir nicht einmal gemerkt habe, ob es jetzt drei oder vier sind. Es ist zwar auch hier positiv, dass sie freiwillig die Haustiere für den Ork-König spielen, aber das hat einfach nicht dafür gereicht um ein gutes Buch zu werden.

Teil 3 würde ich nicht empfehlen.  


Orc Brides Reihe
Die Reihe gibt es soweit ich gesehen habe nur zusammen.
Das Cover ist ganz ok, wobei mich die grün retuschierten Six-Packs irgendwie irritieren. Die Schrift und das Design können sich aber sehen lassen und gefallen mir definitiv mehr als die von OBFM
Setting: Wie immer haben wir auch hier ein klassisches Fantasy-Setting. Die Orks selbst sind wie immer nicht extrem böse, aber auch nicht besonders nett (also zu anderen Leuten, die eigenen Frauen werden gut behandelt.) Für den Zaubersaft und das Fehlen von Ork-Frauen gibt es hier sogar eine Legende als Begründung, die in den Büchern erwähnt wird.
Positiv anzumerken ist, dass die Orks in einem Wald unter der Erde leben, was schon ein nettes Setting ist.
Die Bücher enthalten leichtes BDSM und es gibt im Ebook Content Notes. Ich finde das großartig.

Sold to the Orc.
Plot: Die Protagonistin wird von ihrem Vater an die Orks verkauft. Also sehr klassisch.
OBFM hat so ziemlich denselben Plot, nur ist er hier wesentlich besser umgesetzt.
Die Charaktere haben nicht so viel Persönlichkeit, aber gerade bei Smut habe ich nicht so große Ansprüche.
Die leichten BDSM-Szenen haben sich natürlich und nett gelesen. Insgesamt hatte die Geschichte auch nette Szenen, die mich zum Lachen gebracht haben.  

Ich würde den ersten Teil nicht unbedingt empfehlen, außer man steht auf das typische „Frau wird an Mann verkauft, sie passen perfekt zusammen. Happy End.“-Szenario.


Traded to the Orcs.
Plot: Die Protagonistin wird, weil sie eine körperliche Behinderung (in Folge einer nie behandelten Verletzung) mit den Orks getauscht.

Rezi: Die Protagonistin und Gedu entwickeln langsam eine Beziehung. Er ist zwar eher ein Lappen (aka sanfter Ork), aber immerhin Heiler, was eine schöne Abwechslung bietet.
Er hat auch wesentlich mehr Charakter als Ork aus Teil 1.
Die leichten BDSM-Szenen wirken auch sehr natürlich.
Sehr positiv anzumerken ist, dass sie keine Jungfrau mehr ist und es dafür kein Slutshaming gibt.

Durch die bessere Dynamik empfinde ich Teil 2 besser als Teil 1.
Wenn man gerne Ork-Smut liest, kann man mit dieser Geschichte also wenig falsch machen.

Ensnared by the orc:
Plot: Die Protagonistin geht einem Ork in dessen Falle. Zuerst verlieben sich die Hunde, dann die Zweibeiner.
Runa ist selbstbewusst, lebt allein mit ihrem Hund und ist Witwe.
Damit hat sie schon mehr Persönlichkeit als alle Protagonistinnen zusammen.
Sie und Pazul harmonieren und zanken recht viel. Also im liebevollen, sich gegenseitigen necken und nicht in der toxischen „Ich hasse meine Ehefrau“-Art.
Das Annähern ist langsam, wird aber leider von dem Plot ein bisschen gedrängt.
Trotzdem fand ich es sehr positiv, dass die Beiden wirklich gemeinsame Interessen (Hunde) haben und dadurch die Beziehung realistischer wirkt.

Auf der einen Seite ist es schön zu sehen, dass eine Autorin sich langsam verbessert, gewisse Klischees ablegt und dann auch noch Humor hinzufügt.
Allerdings habe ich bei diesem Teil auch einiges zu kritisieren.
Ich fand den „Unsere Hunde bekommen Welpen“-Plot nicht so ultimativ, aber die Babys haben mich wirklich genervt. Wir treffen nämlich so zwischendurch die ständig schwangeren Protagonistinnen und deren Babys aus den Büchern davor.
Es gibt eine Szene, in der sie mit Runa am Tisch sitzen und vorschwärmen, wie toll jetzt ihr Leben bei den Orks ist und sie super glücklich sind fünfzigtausend Babys zu haben.
So wie weiße Frauen aus der Oberschicht, die jetzt die neue Nachbarin für ihr Ork-Zaubersaft-MLM gewinnen wollen. Ich bin hier für den Smut und nicht für Babys.
Ja, ich weiß, dass ganze Baby-machen als Fetisch gibt es oft in Ork-Erotika, aber hier war mir das einfach zu viel des Guten.
Was auch zu meiner größten Kritik an der Reihe (und generell an den gelesenen Geschichten) führt: Warum müssen alle immer sofort heiraten und Kinder bekommen? Ist das so ein amerikanisches Ding? Warum nicht einfach nur Sex? Oder eine casual Beziehung?

Auf der einen Seite würde ich Teil 3 echt gerne empfehlen, aber die Kritikpunkte sind mir sowas von auf die Nerven gegangen, dass ich das einfach nicht empfehlen möchte.

Insgesamt war in dieser Woche Obscene Orcs 1 (Finding the Orcs) mein Favorit.
Die Geschichte ist gut in sich geschlossen, nicht zu lang, kein nerviger Plot, aber trotzdem genug Platz um Spannung aufzubauen. Es ist hirnloser Smut vom feinsten, aber darum geht es ja in dem Genre.