CN Sex, Sexuelle Gewalt, Vergewaltigung

Titel: Orc Eroica 1
Reihe: Orc Eroica
Autor:  Rifujin na Magonote  
Genre: Fantasy
Veröffentlichte Bände:  1 (engl.)/ 3 (jp.)
Zusätzliche Adaptionen: /

Gelesen als: Print
Sprache: Englisch
Gelesene Bände: 1


Ein Light Novel? Mit Orks? War doch klar, dass ich als Frau des besonders gehobenen Geschmacks dieses Buch kaufen (und lesen) musste.
(Dies ist also eine unbezahlte Werbung 😀 )

Die Story:
Lässt sich eigentlich sehr leicht zusammenfassen. Bash, unser Protagonist ist noch Jungfrau. Obwohl er ein berühmter und angesehener Ork-Held ist.
Da er aber nicht zu einem Ork-Zauberer werden will (japp, auch Orks werden mit 30 zum Wizard) macht er sich nun auf die Suche nach einer Frau.

Das Setting:
Wir haben hier ein ziemlich klassisches Fantasy-Setting. Der große Krieg ist vorbei, es gibt die klassischen Fantasy-Rassen… alles ziemlich so, wie man es kennt.

Wie in vielen (meist erotischen Werken) gibt es in dieser Welt nur männliche Orks. Für Nachwuchs müssen sie also Frauen anderer Rassen für sich gewinnen. Seitdem der Krieg geendet hat, ist Vergewaltigung jedoch verboten. (Schockierend, ich weiß!)
Die Orks selbst sind genauso durchschnittlich wie das Setting. Also groß, muskulös, grün und die Zähnchen dürfen auch nicht fehlen. Trotzdem sind sie hier mehr Demi-Menschen und im Vergleich zu anderen Settings recht konventionell attraktiv.

Die Charaktere:
Im ersten Band treffen wir auf Bash (Prota), Zell (Sidekick) und Judith (Love Interest) und noch 1-2 unwichtige Figuren, die eigentlich nur da sind um den Plot voranzubringen.
Ich kann schwer sagen woran es liegt, aber Orc Eroica fühlt sich fast schon wie eine Berserk AU Fanfiction an. Bash ist wie Guts, aber ohne tragische Vergangenheit. Zell ist wie Puck. Judith ist wie… ein Pappaufsteller von einer Frau.
Die Figuren haben bestenfalls 1-2 Charakter-Eigenschaften, fühlen sich aber nicht wie voll entwickelte Figuren an. Dafür, dass es so wenige Charaktere gibt, ist das etwas nervig.

Mein Eindruck:

Generell fällt es mir schwer das Buch wirklich in ein Genre einzuordnen. Offiziell wird es zwar je nach Seite als Action, Comedy, Ecchi, Romance eingeordnet… aber eigentlich trifft nur das Comedy wirklich auf das Buch zu (es gibt, wenn ich mich richtig erinnere nur zwei Kampfszenen und die sind wahnsinnig schnell vorbei). Romance und Ecchi sucht man hier vergebens. (Außer es ist Ecchi, wenn über vergewaltigte Frauen geredet wird? idk).
Wenn man einfach was dummes lesen und den Kopf abschalten will, ist Orc Eroica definitiv unterhaltsam. Wenn man mehr erwartet- also echte Gefühle, Charakterentwicklung, Story….. dann kann ich bessere WoW-Fanfictions empfehlen.

Mein Hauptkritikpunkt ist nämlich Rifujins Herangehensweise an das Thema selbst. „Ein Ork ist auf der Suche nach einer Frau“ ist zwar ein interessanter Startpunkt für eine Geschichte, aber die Geschichte hat starke „Frauen müssen vergewaltigt werden, damit sie mit Orks ins Bett wollen“-Vibes. Was natürlich ein vollkommener Blödsinn ist. Gerade, weil die Orks in dieser Geschichte wie schon oben erwähnt recht harmlos wirken. Sie sind im Grunde Demi-Menschen und nicht extremer als… sagen wir Catgirls. Gerade Bash geht auf den Illustrationen durchaus als Bishounen durch. (Mir persönlich sieht er ja zu wenig nach Ork aus, haha.)
Das Argument „Er kriegt keine ab, weil er ein Ork ist“ fühlt sich also genauso dämlich an wie „Er kriegt keine ab, weil er ein Gamer ist/Anime mag“.

Es ist echt schräg mal Ork „Erotik“ für Männer zu lesen, wenn man davor gut 200,000 Wörter an Ork Erotik für Frauen und Fanfictions gelesen hat.
Interessanterweise ist „Orc Eroica“ mitunter das harmloseste, was ich in dem Zusammenhang mit Orks gelesen habe. Es wird zwar regelmäßig sexueller Missbrauch thematisiert, aber dies geschieht immer nur sehr oberflächlich und dadurch auch in einer sehr… nennen wir es ungeschickten Art. Es wirkt so, als wäre die sexuelle Gewalt rein als Fetisch in die Geschichte eingebaut. Der Plot würde auch sehr gut ohne die Erwähnung von sexueller Gewalt funktionieren. Und was hat Rape überhaupt in einem Comedy-Buch zu suchen?
Insgesamt hat mir das beim Lesen doch einen Dämpfer verpasst. Es war zwar stellenweise unterhaltsam und ich werde die Reihe weiterlesen- aber es ist was es ist- eine ziemlich seichte Geschichte für Leute, die sich nicht trauen richtigen Smut zu lesen.