Eigentlich wollte ich kurz im Verspätet-Rückblick darauf eingehen, aber weil es immer wieder ein Thema ist, muss ich unbedingt etwas dazu sagen. Auch für die Zukunft, damit ich immer wieder einen Post mit meinem Statement zu diesem Thema vorweisen und schnell verlinken kann.

Ich höre den Satz „Die Geschichte ist nicht gut genug für euch/den Verlag“ in verschiedener Variation (meistens in Zusammenhang mit Absagen) und ich hasse es jedes Mal.

Zum einen ist es eine die Psyche vergiftende Einstellung. Man macht sein Können von der Meinung einer random Person abhängig machen.

Und zum anderen baut es einen immensen Druck auf mich auf. Ja, ich bin Verlegerin. Ja, ich kenn mich schon mit dem aus was ich mache. Aber trotzdem ist meine Auswahl und mein Feedback sehr von meinem eigenen Geschmack und Vorlieben geprägt. Ich fühle mich auf ein Podest erhoben, dass meine Aussagen durch meinen Verlegerinnen-Status ein höheres Gewicht haben einfach sehr unwohl. Gerade bei Anthologien ist die Quote an Absagen sehr hoch. (Wir erinnern uns: 270 Einsendungen). Ich denke da über sehr vieles nach, aber die Wertung gut/schlecht hab ich da in den seltensten Fällen im Kopf.

Und selbst wenn- was ist schlimm daran? Eine unbekannte Verlegerin im Internet findet deine Geschichte schlecht. Die Welt geht dadurch nicht unter. Du bist nicht für immer verbrannt, untauglich und dazu verdammt nie veröffentlichen zu können. Wenn ich etwas nicht gut finde, dann kann das viele Gründe haben. Thema, Herangehensweise, Stil, Charaktere, usw…
Die Welt geht nicht unter, wenn man von einem winzigen Verlag eine Absage bekommt. Natürlich ist eine Zusage immer gut, aber eine Zusage bei mir bedeutet jetzt nicht Ruhm, Reichtum und Ehre. Natürlich bin ich froh, wenn man mein Feedback als Hilfreich empfindet- aber wenn das nicht so ist, dann kann ich auch recht gut damit leben.